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Ungelesen 08.12.2018, 16:41   #1
oldcar
Aktive Alpinafreunde
Frage Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Netzentgelte und Stromgestehungskosten haben viele Einfluss-Faktoren,
ein ganz wesentlicher ist die zu erwartende Ladeleistung und Rückspeise-Leistung der E-Fahrzeuge.

Eine vom Bundes-Ministerium für Wirtschaft und Energie initiierte Studie des Fraunhofer Institutes zur
Auswirkung der Elektromobilität auf die Haushaltsstrompreise in Deutschland
kommt da zu dem sehr erstaunlichen Ergebnis, daß sowohl die Systemlast als auch der Strompreis bis 2030 rückläufig sein werden.

Das wage ich stark zu bezweifeln :

Die unter Punkt 3.3 unterstellte bis zu 10GW niedrigere System-Lastkurve ( blau ) ist allenfalls bei völlig danieder- liegender Konjunktur denkbar.
Für ein flächendeckendes Einspeise/Rückspeise-Management der E-Mobile wären auch die Millionen privater Haushalte entsprechend zu vernetzen.
So ein Anschluß kostet etwa 10 K€, wann soll sich sowas amortisieren, zumal die verkürzte Lebensdauer der Fahrzeug-Batterie gegenzurechnen ist ?
https://www.isi.fraunhofer.de/conten...%20et%20al.pdf

Ganz interessant ist die Darstellung und Entwicklung der Strompreis-Bestandteile 2013 bis 2018 auf Seite 2
Viel aufschlußreicher für die Strompreis-Entwicklung ist aber wohin der Einzelposten „EEG-Umlage“ anwächst,
wenn man sich den Förderungskatalog allein der Offshore-Windkraft betrachtet, und darin ist ein cash flow für die neuen
Hochspannung-Trassen noch garnicht berücksichtigt.
Das EEG 2014 ( auszugsweise )
für Offshore-Windparks bei Inbetriebnahme vor dem 01. Januar des Jahres 2020
1. Basismodell: Inanspruchnahme der Anfangsvergütung von 15,4 ct/kWh über einen Zeitraum von mindestens 12 Jahren.
2. Optionales Stauchungsmodell: Inanspruchnahme einer Anfangsvergütung von 19,4 ct/kWh für insgesamt 8 Jahre
Nach Ablauf des jeweiligen Zeitraums liegt die Grundvergütung pauschal bei 3,9 ct/kWh.
https://www.erneuerbare-energien.de/...erguetung.html


Mein Fazit :
Das hochangesehene Institut hat mit dieser Studie leider auch zum „Schönreden“ der Energie-Wende beigetragen.
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Ungelesen 08.12.2018, 18:01   #2
vivo1111
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

...i love Super Plus.


Kenne keinen Strom Alpina und werd auch keinen Gedanken an einen jemaligen Kauf eines solchen erwägen
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Ungelesen 09.12.2018, 10:15   #3
oldcar
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Kenne keinen Strom Alpina und werd auch keinen Gedanken an einen jemaligen Kauf eines solchen erwägen

Ob Alpina da auf Dauer dran vorbei kommt wage ich zu bezweifeln.


Aber das ist hier Nebensache. Es geht um Auwirkungen auf die Stromrechnungen im Zuge der geplanten E-Mobilisierung.
Das betrifft Alle ( Gerechte und Ungerechte )
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Ungelesen 23.05.2019, 07:48   #4
oldcar
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Eon-Studie zur Infrastruktur für E-Mobilität

Für die nächsten 25 Jahre ergibt sich danach ein Investitionsbedarf von rund 2,5 Milliarden Euro im Eon-Versorgungsgebiet. Davon fließen zwei Drittel in neue Ortsnetzstationen. Ein Drittel in neue Leitungen.
Bei gleichmäßiger Verteilung der 2,5 Milliarden Euro auf die rund 6,5 Millionen Elektro-Pkw im Netzgebiet ergibt sich ein durchschnittlicher Investitionsbedarf von knapp 400 Euro je Fahrzeug.
https://www.automobil-industrie.voge...F596A91525C8D3


Anmerkung : Es ist wohl eher davon auszugehen, daß diese Kosten zusammen mit den Netzentgelten auf die Stromrechnungen der Allgemeinheit umgelegt werden.
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Ungelesen 25.05.2019, 11:45   #5
hirotake
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Dabei fehlen doch noch die Abbruchkosten der stillgelegten AKWs. Das wird so dermaßen teuer und lange dauern, dass es einen erheblich höheren Beitrag in der „Verbraucherumlage“ ausmachen wird. Das Geld hat sicherlich jeder Stromkonzern mehrfach verdient, aber nicht zurückgestellt.
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Ungelesen 25.05.2019, 17:05   #6
oldcar
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von hirotake : Das wird so dermaßen teuer und lange dauern, dass es einen erheblich höheren Beitrag in der „Verbraucherumlage“ ausmachen wird.
Bin gerade dabei mich durch den ganzen Stromkosten- und Regulierungs-Dschungel zu wühlen, der infolge des Stromhandels und der Energie-Wende entstanden ist.

Bringe ich es rein, sobald ich einigermaßen Durchblick habe.
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Ungelesen 25.05.2019, 18:27   #7
MeikB3
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von oldcar Beitrag anzeigen
Bin gerade dabei mich durch den ganzen Stromkosten- und Regulierungs-Dschungel zu wühlen, der infolge des Stromhandels und der Energie-Wende entstanden ist.

Bringe ich es rein, sobald ich einigermaßen Durchblick habe.
Das finde ich großartig und ich bin sehr gespannt, welche Daten hierfür herangezogen werden können, damit ein allumfängliches Bild für den vermeintlichen Laien, wie mich, zustande kommt.
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Ungelesen 26.05.2019, 13:11   #8
hirotake
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Sehr gerne, ich bin gespannt auf die weitere Diskussion hier.

Ich habe durchaus Sympathien für elektrisches Fahren und bspw. einen Tesla. Die Argumente pro/contra werden von beiden Lagern hart verteidigt, man hat ja nur die Chance dafür oder dagegen zu sein.

Hier erwarte ich mir eine Menge Sachverstand und eine Sinn stiftende Diskussion. Denn wie heutzutage üblich, ist es ein komplexes Thema, mit vielen Variablen insbesondere in der Zukunft.
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Ungelesen 27.05.2019, 07:34   #9
horke
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von oldcar Beitrag anzeigen
Mein Fazit :
Das hochangesehene Institut hat mit dieser Studie leider auch zum „Schönreden“ der Energie-Wende beigetragen.
Nehmen wir man das generelle Problem : die Wissenschaft ist nicht mehr unabhängig und frei, wenn es darum geht einen politischen Willen zu begründen. Und die, die wirklich frei sind, werden als Quacksalber hingestellt.
Wissenschaft ist keine Demokratie, man kann nicht sagen "weil x% aller Studien zu diesem Ergebnis kommen [x>>50%], muss die Theorie wahrer sein als die derer, die meine Meinung nicht teilen".

Aber zurück zum Thema ... es ist eine Binsenweisheit, dass wir bereits eine CO2-Steuer haben. Die ist zweigeteilt. Zum einen werden Fahrzeuge nach dem CO2-Ausstoss besteuert; zum anderen die km-abhängigen Kosten ebenfalls (je mehr Kraftstoff verbraucht, desto mehr Steuern zahlt man).
Kleine Bemerkung am Rande ... wenn man denkt mit der KFZ-Steuer würde die Infrastruktur finanziert, dann goggelt mal nach "Strabs".

In der Politik hat man den Fehler begangen, dass man den Verbraucht an Strom ebenfalls mit extrem hoher Steuerlast belegt. So ist die Steuerlast bei Strom bei 54,2%, bei Kraftstoff 70,55%.
Während man in Deutschland > 30Cent/kWh bezahlt, sind es in Nachbarländern teilweise nur die Hälfte (Tschechien, Polen ca. 14Cent/kWh, Niederlande ca. 15Cent/kWh, Luxemburg/Frankreich ca. 16Cent/kWh).

Ich fahre selbst schon geraume Zeit einen "Stromer" (BMW i3) - und sehe das eher aus dem Blickwinkel "Pilotprojekt" und nicht "Alpina-Ersatzfahrzeug".

Kurzfazit (bzgl. Strompreis) ... ein Stromer lohnt sich, wenn man den Strom selbst produziert (was ich mache), kostenlos irgendwo Strom schnorren kann (Kaufland, Aldi, IKEA, einige wenige Energieversorger, ...).
Aber man muss es sich schönrechnen, denn wenn man an "normalen" Stromtankstellen tankt, kommen satte Aufschläge auf den regulären Strompreis hinzu, so dass dann die kWh schonmal 30% und mehr über dem Durchnittspreis liegt. Was in der allgemeinen Diskussion immer wieder untergeht.
Ich kenne die Großhandelspreise von Strom - und die, die eine Ladeinfrastruktur aufbauen, wollen ja auch Geld verdienen ... da langt man bei den "Early Adoptern" mal richtig zu. Tesla lässt sich das kostenlose Tankangeboten von den Investoren bezahlen und macht keinen Gewinn. Also wenn man hier die Diskussion einsteigen möchte, muss man schon genau schauen was Äpfel und was Birnen sind ...
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Ungelesen 27.05.2019, 08:52   #10
EWBR
Team Alpina-Forum
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von oldcar Beitrag anzeigen
Eon-Studie zur Infrastruktur für E-Mobilität

Für die nächsten 25 Jahre ergibt sich danach ein Investitionsbedarf von rund 2,5 Milliarden Euro im Eon-Versorgungsgebiet. Davon fließen zwei Drittel in neue Ortsnetzstationen. Ein Drittel in neue Leitungen.
Bei gleichmäßiger Verteilung der 2,5 Milliarden Euro auf die rund 6,5 Millionen Elektro-Pkw im Netzgebiet ergibt sich ein durchschnittlicher Investitionsbedarf von knapp 400 Euro je Fahrzeug.
https://www.automobil-industrie.voge...F596A91525C8D3

Anmerkung : Es ist wohl eher davon auszugehen, daß diese Kosten zusammen mit den Netzentgelten auf die Stromrechnungen der Allgemeinheit umgelegt werden.
Da bin ich auch gespannt, die zu erwartenden 6.5 Milionen Fahrzeuge zu bestromen wird nicht ganz einfach sein. Man muss allerdings auch sehen, dass der eigentliche Knackpunkt in der Ladezeit liegt.

Ich hatte diesbezüglich am Wochenende durch Zufall einen Automotive Entwicklungsingenieur am Tisch, der mir Eckdaten zu einer Studie gab. Dabei würde der Hauptteil der Befragten 18 Minuten bereit sein auf eine Volladung des Akkus zu warten. Die Mindestreichweite war mit 400Km angegeben.

Die Zahl die dabei rauskam lag bei 500A in Verbindung mit gängigem Drehstrom. Zu Grunde lag ein 100KW Akku. Wenn ich etwas Zeit habe rechne ich das im technischen Bereich einmal vor. Der Akku ist dann in 18 Minuten bei 99% Ladung.
Zur Übersicht ein Hausanschluss Ein- oder Zweifamielenhaus liegt im Schnitt bei 63A 16mm2. Eine Ladestation an Drehstrom mit 32A liefert um die 22KW Ladeleistung, würden wir 63A nehmen landen wir bei 44KW, da wäre der Hausanschluss dann aber bei voller Abnahme absolut erschöpft. Das könnt ihr selbst rechnen indem ihr 400(V) *(Wurzel aus 3)*32(A) multipliziert.
Jetzt könnte man sich Gedanken nachen wenn das für ein Fahrzeug gilt was bei 1000 Fahrzeugen herauskommt. Nur nebenbei kommen wir dann in dem MW Bereich, glaube ca. 330MW bei 1000 Fahrzeugen mit 18 Minuten Ladung. Hier als Anhalstpunkt Biblis Block a 1300MW Leistung. Jetzt einmal von den erforderlichen Leitungsquerschnitten/Infrastruktur abgesehen. Diese Zahlen sind natürlich nur relevant wenn man mit den 18 Minuten rechnet und eine Volladung vorraussetzt. Bei 80% sieht das deutlich entspannter aus, aber die Masse an Fahrzeugen wird es ausmachen. Ich sehe so keinen Ansatz, oder absoluter Leichtbau ohne Firlefanz und moderate Ladezeit, dann könnte das vielleicht klappen.

Ich denke aber dass die physikalischen Grundgegebenheiten bei dem Hauptteil der Bevölkerung nicht wirklich angekommen sind, sonst kämen keine 18 Minuten Ladezeit bei einer Befragung als durchschnittliches Ergebnis heraus. Das ganze setzt noch eine stabile Netzversorgung vorraus, die mit ausschliesslichem Anteil von Windkraft oder Sonnensegeln ja vollkommen witterungsabhängig wäre, also müssen Energiepuffer herangezogen werden um Spitzenlasten abzufangen. Wenn ich mir die Zahlen anschaue müsste man die alten AKWs sofort wieder anfahren und noch viel mehr davon bauen. Natürlich bin ich auch gegen den Einsatz von AKWs, weil die Technik nie wirklich beherrschbar war, aber ein "perpetuum mobile" als E-Auto werden wir auch nicht haben.

Das Gespräch und die Eckdaten einer solchen Befragung waren wieder ausgesprochen interessant.

LG Oliver

Geändert von EWBR (27.05.2019 um 21:11 Uhr) Grund: Spannungswert korrigiert
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Ungelesen 27.05.2019, 09:15   #11
horke
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von EWBR Beitrag anzeigen
Da bin ich auch gespannt, die zu erwartenden 6.5 Milionen Fahrzeuge zu bestromen wird nicht ganz einfach sein. Man muss allerdings auch sehen, dass der eigentliche Knackpunkt in der Ladezeit liegt.
Also die Versorgung sehe ich eher unproblematisch, denn die Energieversorger werden sich schon was einfallen lassen, damit keine Überlastung passiert.
Bei Stromverbrauchern, die entsprechende hohe Ströme benötigen (z.B. Wärmepumpen) werden ja heutzutage schon Rundsteuerempfänger eingesetzt; warum soll sowas bei der Elektromobilität nicht funktionieren ?
Man muss die Einrichtung einer Ladeeinrichtung ja heute schon anzeigen ...

Außerdem muss man unterscheiden zwischen Schnellladern und Laden zu Hause. Wenn man mit den aktuellen E-Autos mit >150kW laden kann, dann sollten annehmbare Werte erreichbar sein (Ich kann nur mit 50kW und finde das halbwegs erträglich).
Diese Ladeinfrastruktur ist dann eher an Autobahnen und Bundesstraßen zu finden - und ist derzeit ja noch im Aufbau. Allein - es fehlt eine ausreichende Anzahl an Fahrzeugen, die auch für Langstrecken eingesetzt werden.
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Ungelesen 27.05.2019, 09:17   #12
miez69
Benutzer
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

BEV werden eine Übergangstechnik auf dem Weg zum Wasserstoff sein. Warum? Weil das technisch einfach lofgisch ist. Es gibt bekanntlich einen Engpass bei den Metallen und ganz wesentliche eine Rohstoffquelle, den Kongo. Wasserstoff ist unendlich vorhanden und hat, verglichen mit Strom, die wesentlich höhere Energiedichte und ist deswegen aus meiner Sicht ganz klar der Nachfolge"Sprit".
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Ungelesen 27.05.2019, 09:47   #13
EWBR
Team Alpina-Forum
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von horke Beitrag anzeigen
Also die Versorgung sehe ich eher unproblematisch, denn die Energieversorger werden sich schon was einfallen lassen, damit keine Überlastung passiert.
Bei Stromverbrauchern, die entsprechende hohe Ströme benötigen (z.B. Wärmepumpen) werden ja heutzutage schon Rundsteuerempfänger eingesetzt; warum soll sowas bei der Elektromobilität nicht funktionieren ?
Man muss die Einrichtung einer Ladeeinrichtung ja heute schon anzeigen ...
Die Steuerung mittels Rundssteuersignal gibt es ja schon lange, das ist ja auch volkommen in Ordnung. Das ersetzt aber keine zu schwache Zuleitung, sondern ermöglicht es dem Netzbetreiber mittels aufmoduliertem Signal im Bereich zwischen ca. 100-2KHz (Impulstelegramm) Lasten ähnlich einer Fernwartung zu- oder abzuschalten. Dabei spielen auch gerade bei Wechselstrom Blindlasten eine Rolle (Stichwort cos phi Wirk-, Scheinleistung und Kompensation). Wechselspannung ist nämlich eine eigene Welt, aber da möchte ich hier nicht näher drauf eingehen.

Wenn Du mit 50KW (Ich denke es könnten 52KW sein ohne Verlustleistung, also 480V mit 63A) über dem Standard. Die Konstellation die ich hier aufgeführt hatte bezog sich auf die Erwartung der Umfrage und die Ladezeit von 18 Minuten, also Schnellladung und lag im Bereich 330KW. Alles bezogen auf den 100KW Akku, man muss das rechnerisch ja klar definieren. Mit Abstrichen kommt man mit 50KW auf jeden Fall hin, aber niemals auf eine 18 Minuten Ladung.

Bei 500A liegt der Leitungs Querschnitt je nach Verlegung zwichen 180 und 240mm2. Die Alternative wäre jetzt die Spannung zu erhöhen, aber nicht mit dem im Erdreich oder per Dachständer verlegten Leitungen, weil das von den VDE Richtlinien technisch einfach nicht möglich ist und natürlich ohne Umspanner die Endgeräte sofort hinüber wären.

Die Erwartungshaltung muss erst einmal deutlich nach unten korrigiert werden, wenn man Zeit hat und die Fahrt etwas plant wird alles viel unkritischer.

Aber laut der Befragung sieht die breite Masse es ja noch anders.
Das Problem wird sich aus der Gesamtanzahl aller Fahrzeuge entwickeln, nämlich hier die komplette Ladeleistung bereitzustellen.

Aber ich bin gespannt wie sich das später darstellt. Dass der Strom sowieso ständig teurer wird ist ja bekannt, wie es mit der Elektromobilität einher geht ist abzuwarten. Aber ich sehe es eigentlich auch so, dass eine Umlage auf die Fahrer erfolgen wird.

LG Oliver

Geändert von EWBR (27.05.2019 um 21:28 Uhr) Grund: 50/52KW Wert korrigiert
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Ungelesen 27.05.2019, 11:00   #14
hirotake
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Ich denke, dass die Studie sicherlich die breite Meinung abbildet. Der durchschnittliche Fahrer ist aber weit weg von diesen Anforderungen.

Aber selbst ich als Vielfahrer habe mich letztens mal in einen i3 gesetzt und habe einen "Arbeitstag" damit abgespult. Sicherlich wäre das Fazit bei einer meiner Langstrecken >200km one way, noch anders gewesen, aber die 230km hin- und zurück an dem Tag gingen locker. Da ich es nicht riskieren wollte, habe ich zwischendurch 20 Minuten Pause gemacht und an einem Schnelllader etwas nachgeladen. Morgens war der i3 voll und hatte über Nacht an der Haussteckdose genuckelt. Dazu muss ich sagen, dass hier in der Region, oder zu meinen Fahrzeiten, die Autobahnen eher leer sind und ich oft mit 160/180 Tempomat unterwegs bin. Das habe ich mit dem i3 auf 125 reduziert, da ich vorher gelesen hatte, dass die Verbrauchswerte über 120 deutlich ansteigen. Wenn ich aber die Verkehrssituation am Tage oder mit viel Stau unterstelle, wirkt sich das absolut pro E-Auto aus.

Wenn ich jetzt bspw. einen Tesla Model 3 als Long Range Version heranziehe, würde ich den Großteil meiner Tage problemlos absolvieren können. Lediglich eine Optimierung würde ich mir wünschen, dass im Umkreis oder direkt bei meinen Kunden eine Nachversorgung tagsüber sichergestellt wäre. Das ist aber bei weitem noch nicht der Fall... Dafür reicht eine Ladeleistung von rund 150kw wie bei den neu installierten Schnellladern sicherlich, um in 30-40 Minuten den Strom nachzutanken, um das nächste Ziel/Zuhause wieder zu erreichen.

Wahrscheinlich werden in der Zukunft auch etliche E-Auto Fahrer versuchen, den Großteil der benötigten Energie über eine eigene PV-Anlage zu erzeugen. Das wird sicherlich mit steigenden Strompreisen finanziell nicht unattraktiver.
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Ungelesen 27.05.2019, 11:46   #15
oldcar
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Aus aktuellem Anlass : Was lehren uns die Wahl-Erfolge der Grünen ?
Unsere Schul-Landschaften werden zunehmend dominiert von grünen und linken Pädagogen.
So mobilisierten die Grünen mit Greta an der Front unzählige Schulklassen für den Klimaschutz, vor allem jedoch für ihren eigenen EU- und Regional-Wahlkampf.
Abstruse Forderung der Kids : Braun- und Stein-Kohle bereits bis 2022 abzuschalten und zusätzlich die Einführung einer CO2-Steuer von 180 €/t CO2.
Das halte ich für sehr bedenklich. Es ist kaum noch mit anzusehen wenn Realpolitiker von Rotznasen vorgeführt werden.
Ich jedenfalls möchte mich nicht in naher Zukunft vor den Enkeln dafür rechtfertigen dass ich jahrzehntlang Alpina fahre.
Gegen grüne Traumtänzer hilft nur eine Besinnung auf die Realitäten.
———————————————————————————————

Energie-Realitäten : (1 TWh = 1 Terawattstunde = 1000 Gigawattstunden (GWh) = 1 Million Megawattstunden (MWh) = 1 Milliarde Kilowattstunden (kWh)

Gaskraftwerke haben mit 25.578 MW den größten Anteil im Kraftwerks-Park.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist deren Erzeugung im ersten Halbjahr 2018 um 22,5% auf ca. 20 TWh gesunken (4)
was einer mittleren Leistung von rund 1.140 Megawatt entspricht. Somit war die installierte Leistung nur zu unter 5% ausgelastet.
Gaskraft wurde durch hochsubventionierte Windkraft aus der Grundlast-Erzeugung verdrängt.
Nur etwa 10 % der Anlagen an systemrelevanten Standorten kommen auf Weisung und für Rechnung der Bundes-Netzagentur bei Windschwäche noch zum Einsatz.
Der große Rest verrottet und steht vor dem Abriss.

Braunkohlekraftwerke produzierten im gleichen Zeitraum 67 TWh, was einer mittleren Leistung von rund 3.820 Megawatt entspricht.
Somit war die installierte Leistung von 20.467 Megawatt zu 19 % ausgelastet.

Steinkohlekraftwerken produzierten 36,0 TWh , also 21 % weniger, was einer mittleren Leistung von rund 2.050 Megawatt entspricht.
Die installierte Leistung von 24.490 Megawatt war zu 19 % ausgelastet.

Die Produktion aus Kernkraftwerken ist um 9 % auf rund 35 TWh gestiegen, was einer mittleren Leistung von rund 2.000 Megawatt entspricht. (1)

Die Produktion aus Photovoltaik-Anlagen ist um 12 % auf rund 22 TWh gestiegen, was einer mittleren Leistung von rund 1.400 Megawatt entspricht.
Die Produktion aus Biomasse ist um 1 % auf rund 23 TWh zurückgegangen, was einer mittleren Leistung von rund 1.310 Megawatt entspricht.

Deutschlands Beitrag zur Klima-Rettung ist der unbedingte Vorrang für Windkraft, ein fragwürdiger Alleingang in der Energie-Politik.
Die Produktion aus Windkraft ist insgesamt um 13 % auf rund 55 TWh gestiegen, was einer mittleren Leistung von rund 3.150 Megawatt entspricht.

Onshore Wind produzierte mit Windrädern 29.213 ca. 46 TWh, was einer mittleren Leistung von rund 5.250 Megawatt entspricht.
Somit war die installierte Leistung von 52.931 Megawatt zu 10 % ausgelastet.

Offshore Wind produzierte mit 1.231 Windrädern ca. 9 TWh. was einer mittleren Leistung von rund 1.145 Megawatt entspricht.
Somit war die installierte Leistung von 7.903 Megawatt zu knapp 15 % ausgelastet.
als Ausbauziel eine Steigerung der installierten Leistung auf 6,5 GW im Jahr 2020 und auf 15 GW im Jahr 2030 festgelegt. (2)


Chronologie und Problematik der Energiewende
Wendepunkte der Kernkraft-Politik in Deutschland : Rot-Grüner Atom-Ausstieg von 2000, Schwarz-Gelbe Laufzeit-Verlängerungen von 2010,
und Schwarz-Rote Fukushima-Rückwärtsrolle von 2011.

Den AKW-Betreibern steht wegen des beschleunigten Atomausstiegs Entschädigung zu, so das stellte das BVG nach Klagen von Eon, RWE und Vattenfall.
Damit besteht Grundlage zur Durchsetzung von Ansprüche, außergerichtlich oder in weiteren Prozessen.
Vattenfall will sich auf deutsches Recht nicht verlassen und beklagt am internationalen Schiedsgericht ICSID
4,7 Milliarden Euro Schadenersatz allein für die Stilllegung des Atomkraftwerks Krümmel. (6)
Sollte die Klage von Vattenfall erfolgreich sein, könnte auch EOn für seine Beteiligung am AKW Krümmel 2,6 Milliarden Euro bekommen.
Allein für das AKW Krümmel steht somit eine Entschädigung von 7,3 Milliarden Euro im Raum (7)
Für weitere Reaktoren die 2011 endgültig vom Netz genommen wurden stehen Verhandlungen zur Entschädigung noch an, das betrifft :
Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar I, Neckarwestheim I, Phillipsburg I und Unterweser.
Für die restlichen Atomkraftwerke in Deutschland wurden im Atomgesetz feste Ausstiegszeiten beschlossen. Das betrifft :
Phillipsburg II (2019), Grohnde (2021), Gundremmingen C 2021, Brokdorf (2021), Isar II (2022), Emsland (2022), Neckarwestheim II (2022)
Die installierten Nettogesamtleistung dieser Blöcke beträgt 8.499 MW .
International steht Deutschland mit dem Atom-Ausstieg ziemlich isoliert da..
Nur in Italien wurden dem Unfall von Tschernobyl 1986 vier Reaktoren abgeschaltet.
Nach dem Atomunfall in Japan beschlossen neben Deutschland nur die Schweiz und Belgien, langfristig auf Strom aus Kernenergie zu verzichten (Belgien bis 2025, Schweiz bis 2034).
Frankreich beschloß im Oktober 2014 lediglich, den derzeitigen Anteil von 75 Prozent Kernkraft an der Stromerzeugung auf 50 Prozent im Jahre 2025 zu senken.
Auch weltweit hat die Fukushima-Katastrophekaum kaum Veränderungen in der Atompolitik bewirkt. (8)

Während sich unsere Politik- und Medien-Größen gegenseitig auf die Schultern klopfen läuft es im Rest der Welt genau anders herum,
sogar die Gau-gebeutelten Länder Ukraine und Japan, sowie die Schlußlichter der EU setzen auf Kernkraft.
In Polen scheint man kaum abwarten zu können für die abgeschalteten deutschen Meiler einspringen zu können. (5)

Was war nochmal mit der Endlagerung ?
Am 3. Juli des 2017 hatten die AKW- Betreiber 24,1 Milliarden Euro an die neu gegründete Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ überwiesen.
Damit kauften die Atomfirmen sich für alle Zeiten von der Haftung für die Endlagerung ihres Strahlenmülls frei. Der Staat übernahm die gesamten finanziellen Risiken. (9)
Wegen der Leitzins-Politik der Europäischen Zentralbank schmilzt der Entsorgungsfonds nun dahin, denn ein Großteil des Gelds lagert noch immer auf einem Konto bei der Bundesbank,
und dort beträgt der Zinssatz minus 0,4 Prozent. Bislang sind nur knapp 5 Milliarden überhaupt am Kapitalmarkt angelegt.
Man kann annehmen, daß die Fonds-Mittel verschlissen sind bevor ein Standort gefunden ist.
Die ungelöste Entsorgung-Frage ist das Haupt-Argument gegen und Hindernis für eine erneute Wende zum Fortbestand der Kern-Energie.



Nun ist der Ausstieg aus der Kernkraft ist noch nicht vollzogen, da stehen bereits neue Verpflichtungen an, welche sich aus dem Pariser Klima-Vertrag ergeben.
Für unseren Stromsektor bedeutet das ein CO2-Budget von nur noch 4 Gigatonnen/Jahr.
Dafür sollen bis spätestens Ende 2035 alle Kohle-Kraftwerke mit einer Gesamt-Leistung von 44 Gigawatt stillgelegt sein,
was Grünen und Klima-Päpsten allerdings nicht mehr ausreicht.

Doch während Deutschland sich darüber zerfleischt wird sich weltweit die derzeitige Karbon-Kapazität succsessive um etwa 1/3 erhöhen.
Multinationale Energiekonzerne investieren massiv in neue Kohle-Kraftwerke.

China etwa expandiert zunehmend ins Ausland. 19 Prozent der neu geplanten Kohlekraftwerke werden haben einen Ausland-Standort,
gleichzeitig werden dort Ressourchen gesichert. (3)


(1) https://www.umweltbundesamt.de/daten...ien#textpart-4
(2) https://www.ise.fraunhofer.de/conten...8_Halbjahr.pdf
(3) http://ieefa.org/wp-content/uploads/...nuary-2019.pdf
(5) https://de.statista.com/statistik/da...enen-laendern/
(6) https://www.sueddeutsche.de/wirtscha...g-zu-1.3281899
(7) https://www.wiwo.de/unternehmen/ener.../24205638.html
(8) https://www.financescout24.de/wissen...undesregierung
(9) http://www.taz.de/Finanzierung-der-A...ager/!5527540/


Fazit :
Bis 2035 wären nach gegenwärtiger Planung insgesamt (Kernkraft plus Kohlekraft) 54 Gigawatt zu ersetzen, etwa durch 11.000 zusätzliche Windräder.
Und das Speicher-Problem ist anscheinend noch garnicht ernsthaft in der Politik angekommen.
So langsam muß man sich da wohl mehr Sorgen um Deutschland als um das Klima machen !
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Bildschirmfoto 54 2019-05-11 um 09.28.55.jpg (28,9 KB, 6x aufgerufen)
Dateityp: jpg Bildschirmfoto 55 2019-05-11 um 12.26.49.jpg (89,0 KB, 5x aufgerufen)
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Ungelesen 27.05.2019, 14:52   #16
oldcar
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von horke : Kurzfazit (bzgl. Strompreis) ... ein Stromer lohnt sich, wenn man den Strom selbst produziert (was ich mache), kostenlos irgendwo Strom schnorren kann (Kaufland, Aldi, IKEA, einige wenige Energieversorger, ...).

Schönen Dank für die Erkenntnisse als Insider.
Die Einlassungen zum Problem der Politik mit den Wissenschaften könnte ich auch mitunterschreiben.
Auf Strompreise, Stromhandel etc komme ich später noch zurück.
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Ungelesen 27.05.2019, 15:24   #17
EWBR
Team Alpina-Forum
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von hirotake Beitrag anzeigen
Wenn ich jetzt bspw. einen Tesla Model 3 als Long Range Version heranziehe, würde ich den Großteil meiner Tage problemlos absolvieren können. Lediglich eine Optimierung würde ich mir wünschen, dass im Umkreis oder direkt bei meinen Kunden eine Nachversorgung tagsüber sichergestellt wäre. Das ist aber bei weitem noch nicht der Fall... Dafür reicht eine Ladeleistung von rund 150kw wie bei den neu installierten Schnellladern sicherlich, um in 30-40 Minuten den Strom nachzutanken, um das nächste Ziel/Zuhause wieder zu erreichen.

Wahrscheinlich werden in der Zukunft auch etliche E-Auto Fahrer versuchen, den Großteil der benötigten Energie über eine eigene PV-Anlage zu erzeugen. Das wird sicherlich mit steigenden Strompreisen finanziell nicht unattraktiver.
Dein Beispiel ähnelt meinem mit der 18 Minuten Nummer, nur dass die Zeit doppelt solange dauert, aber bei der Hälfte der Ladeleistung liegt. Da komme ich später darauf zurück.

Aber jetzt sehen wir uns einmal die Fahrzeugmasse an, dann wäre deine Ladung mit 30-40 Min bei 150KW bei 1000 Fahrzeugen schon im 150MW Bereich, jetzt setzen wir entspannt eine Null dran also 10000 Fahrzeuge und liegen bei 1500MW was Du aus dem Leitungsnetz für 10000 Fahrzeuge 30-40 Minuten ziehst. Im Vergleich oben leistet der alte AKW Block A Biblis 1300MW also 200MW weniger wie die Ladung der 10000 Fahrzeuge aus dem Netz benötigen würden. 10000 Fahrzeuge, also die Menge, ist aber eher die Klingenlgeldabteilung wenn man sich anschaut wieviel Fahrzeuge täglich unterwegs sind. Dafür benötigst du aber jetzt schon einen kompletten AKW Block. Würden wir die Verbrenner weiterlaufen lassen und schalten die Kohlekraftwerke ab, dann hängen wir mit Wind und Sonne erst einmal am wetterabhängigen Fliegenfänger.

Erst muss einmal die Bereitstellung auf diesem Niveau funktionieren, dann kann man überlegen wo man noch aussteigt. Wer sägt denn auf dem Ast auf dem er sitzt. Für mich wird das immer mehr zu einer unüberlegten Ausstiegsnummer die ernsthafte Folgen in der zukünftigen Netzversorgung nach sich ziehen könnte.

LG Oliver
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Ungelesen 27.05.2019, 17:15   #18
oldcar
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von EWBR : Wer sägt denn auf dem Ast auf dem er sitzt. Für mich wird das immer mehr zu einer unüberlegten Ausstiegsnummer die ernsthafte Folgen in der zukünftigen Netzversorgung nach sich ziehen könnte.

Genau das treibt mich um.


LG Peter
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Ungelesen 27.05.2019, 19:30   #19
EWBR
Team Alpina-Forum
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Zitat:
Zitat von hirotake Beitrag anzeigen
Aber selbst ich als Vielfahrer habe mich letztens mal in einen i3 gesetzt und habe einen "Arbeitstag" damit abgespult. Sicherlich wäre das Fazit bei einer meiner Langstrecken >200km one way, noch anders gewesen, aber die 230km hin- und zurück an dem Tag gingen locker. Da ich es nicht riskieren wollte, habe ich zwischendurch 20 Minuten Pause gemacht und an einem Schnelllader etwas nachgeladen.
Ich habe einmal gerade beim i3 geschaut, das letzte Batterie Update liefert 42.2KWh dreiphasiges Laden geht mit bis zu 11KW und via CCS bis 50KW.

Wenn dein Ladestand bei 10% wäre und du via CCS 50KW Ladeleistung zuführst, dann wäre der i3 nach 35 Minuten bei 80% Ladung und nach 1h 16 Min bei 99% angekommen. Mit 11KW Ladeleistung wäre der i3 nach 2h 41Min bei 80% und 5h 45Min bei 99% Ladung angekommen.

LG Oliver

Geändert von EWBR (27.05.2019 um 21:13 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler beseitigt
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Ungelesen 28.05.2019, 15:41   #20
oldcar
Aktive Alpinafreunde
AW: Künftiger Strompreis bei hoher E-Mobilität ?

Stichwort Versorgungs-Sicherheit des Verbundnetzes.

Die Sicherheit steht oder fällt in Abhängigkeit einer sekunden-genauen Frequenzhaltung

Zur Frequenzhaltung im Übertragungsnetz ist der Übertragungsnetzbetreiber im Rahmen seiner Verantwortung verpflichtet
für den zuverlässigen Systembetrieb zur Vorhaltung von Primärregel-, Sekundärregel- und Tertiär-Regelreserve (Minutenreserve).
Sind diese Regelleistungen nicht in der Lage, die Netzfrequenz zu stabilisieren oder kommt es störungs-bedingt zu einem plötzlichen Absinken der Frequenz,
ist eine Aktivierung weiterer Maßnahmen in Kraftwerken und spätestens ab 49,0 Hz eine gezielte automatische Lastanpassung durchzuführen
Die AFE-Funktion ist in Mischnetzen mit zeitweiser Rückspeisung zusätzlich mit einer Wirkleistungs-Richtungserkennung auszuführen. (1)


Mit der "Tertiärregelung" ( zeitlich erst an dritter Stelle), ist die Bereitstellung von kurzfristigen Stromreserven nach einer Vorlaufzeit von 15 Minuten gemeint.
Mit dem Einsatz der Minutenreserveleistung (abgekürzt MRL) wird die Netzfrequenz gestützt, wenn sie signifikant unter 50 Hertz sinkt oder über 50 Hertz steigt.
Um Minutenreserve anbieten zu können, mussten Energieerzeuger früher mindestens 15 Megawatt Kraftwerksleistung bereitstellen, seit dem 12. Juli 2018 mindestens 1 Megawatt.
Dezentrale Stromerzeuger haben meist weniger an flexibler Leistung.
Betreiber solcher Anlagen nur über ein Regelenergiepooling in einem Virtuellen Kraftwerk Markteintrittschancen.
Wie bei der Sekundärreserve ist es auch bei der Minutenreserve so, dass sowohl die Vorhaltung der Leistung als auch der tatsächliche Arbeitsabruf vergütet wird.
Die Vergütung gliedert sich daher in einen Leistungspreis und einen Arbeitspreis. (2)
Sowohl Leistungspreise als auch Arbeitspreise sind Gebotspreise und unterliegen heftigen Marktschwankungen.


Trennen von Verbraucher-Anlagen vom Netz.
Fallen sehr kurzfristig Erzeugungskapazitäten oder große Verbraucher aus, dann sind Abweichungen von 800 mHz kurzfristig erlaubt (49,200 Hz bis 50,800 Hz).
Bei höheren Abweichungen ist von einem massiven Fehler im Netz auszugehen.
Zur Vermeidung von problematischen Netzzuständen tritt in diesem Fall ein definierter schrittweiser Abschaltplan in Kraft.
Genügt das Abschalten/Abwerfen von Verbrauchern bei Unterfrequenz oder von Erzeugern bei Überfrequenz nicht kommt es zum Black out.
Kraftwerke versorgen dann nur noch ihren jeweiligen Eigenbedarf.
Kraftwerksintern fallen bei weiterem Frequenzabfall die Generator-Schalter bei 45 Hz und damit der Eigenbedarf des betroffenen Kraftwerkes.
Ein Wiederanfahren aus eigener Kraft ist dann nicht mehr möglich. Auch hat der Schwarzfall eines Kraftwerks größere Schäden zur Folge.
Der Wiederaufbau des Netzes kann dann Tage dauern.

Die Definition der Abschaltstufen in Deutschland wird in Im Folgenden dargestellt: (3)

49,8 Hz : Aktivierung von Leistungsreserven unverzögert
49,2 Hz : Abwurf von Speicherpumpen unverzögert
49,0 Hz : Lastabwurf Stufe 1, ca. 12,5 %
48,8 Hz : Lastabwurf Stufe 2, ca. 12,5 % Summenlast 25,0 %
48,6 Hz : Lastabwurf Stufe 3, ca. 12,5 % Summenlast 37,5 %
48,4 Hz : Lastabwurf Stufe 4, ca. 12,5 % Summenlast 50,0 %
47,5 Hz : Trennung der Kraftwerke vom Netz


Traditionelle Sicherstellung der Netz-Frequenz im Verbundnetz.
Zunehmend und über immer längere Zeiträume gehen die netzabhängigen Uhren nach dem Mond.
Dies ist ein untrügliches Zeichen für zunehmende Instabilität.
Eine wesentliche systemstützende Eigenschaft von Synchrongeneratoren in Wärme-und Kernkraftwerken ergibt sich
aus den synchron mit der Netzfrequenz umlaufenden Massen der Turbinen- und Generatorläufer.
Leistungs-Ungleichgewichte in Folge von Störungen werden durch Abbremsen (Ausspeicherung kinetischer Energie) bzw. Beschleunigen (Einspeicherung kinetischer Energie)
der Schwungmassen verzögerungsfrei ausgeglichen. (4)

Die rotierende Masse ( einige 10.000 t ) frequezgeregelter Torbosätze bildet in ihrer Gesamtheit und sozusagen in Echtzeit die Momentan-Reserve im Verbundnetz.


Die zeitlich nachgeordnete Sekundär-Reserve wird realisiert durch angedrosselte Turbinen-Leistung, die innerhalb weniger Minuten nachgefahren werden kann.

Mit Photovaltaik-Anlagen ist per se keine Frequenz-Unterstützung möglich.
Windkraft-Anlagen arbeiten mit niedriger variabler Drehzahl und sind wirkleistungs-optimiert.
Deshalb sind bis dato aus EEG-Anlagen insgesamt keine Beiträge zur Momentan-und Sekundär-Reserve möglich.
Künftig jedoch sollen neue Windkraftanlagen, Regelenergie liefern und weitere Systemdienstleistungen zur Sicherheit des Stromnetzes übernehmen.
Windparks ab etwa 2018 sind als Gruppe regelbar und müssen Kurzschluss-Leistung zur Verfügung stellen ohne sich unmittelbar vom Netz zu trennen.
Anlagen mit Pitch-Regelung können in Inselnetzen entsprechend der Leistungsnachfrage im Lastfolgemodus betrieben werden.
Zudem soll wie bei konventionellen Kraftwerken grundsätzlich ein angedrosselter Betrieb möglich sein, der konstante Leistung bei nachlassendem Wind ermöglicht.
Damit sollen neue Windkraftanlagen mit entsprechender Anlagensteuerung zur Frequenzstabilität des Stromnetzes beitragen.
Mit neuartigen statischen Umrichtern soll es angeblich möglich sein das Masse-Moment der Rotoren zu übertragen. Es wird sich zeigen, wenn es gebraucht wird. (5)


Wie ist die die Netzstabilität in naher Zukunft zu beurteilen ?
Darüber gehen die Meinung der Versorgungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur weit auseinander
Nachfolgende Grafik zeigt, wie groß hier die Unsicherheit ist. Eines steht hingegen fest, die Verantwortung liegt bei den Netzbetreibern.

Bericht zur Ermittlung des Bedarfs an Netz-Stabilitätsanlagen und Verfügbarkeit von Reservekraftwerken für 2020 bis 2025:
Während die Übertragungsnetzbetreiber eine Verfügbarkeit von 3.300 MW unterhalten, hält die Bundesnetz-Agentur 1.200 MW für ausreichend.
Es wurde festgestellt, dass einige schnellstartfähige Kraftwerke ( Ingolstadt 3 & 4, KW Mainz DT, Franken 1 –3 ) noch nicht gesichert verfügbar sind.
Eine gesicherte Verfügbarkeit dieser Kraftwerke würde zu einer deutlichen Reduktion des Neubau-Bedarfs an Netzstabilitätsanlagen führen.
Anmerkung : Aktuell steht z.B. in Mainz der 320 MW Gas-Kombiblock in Kaltreserve für Rechnung der Bundesnetzagentur. (6)

Was ist mit Blindleistung, Phasenverschiebung, cos phi ?
Das massenhafte Einspeisen ( fast) reiner Wirkleistung aus EEG-Anlagen führte zu erheblichen Spannung-Überhöhungen in den Netzen.
Damit häuften sich Überlastungsfälle. Ab 2008 sah man sich zum Handeln gezwungen, und zum 1. Juli 2010 wurde es ernst:
Gemäß Änderung der BDEW-Mittelspannungsrichtlinie können Netzbetreiber seitdem
die Einspeisung von induktiver oder kapazitiver Blindleistung mit einem Verschiebungsfaktor von 0,95 verlangen.
und um Anlagen an bereits bestehende Netzverknüpfungspunkte anschließen zu können – teilweise sogar mit einem Verschiebungsfaktor von 0,90.
Eine entsprechende Richtlinie für das Niederspannungsnetz ist bereits in Arbeit,
in einer Studie der TU München wird ebenfalls ein Verschiebungsfaktor von 0,90 vorgeschlagen. (7)
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Bildschirmfoto 58 2019-05-28 um 12.46.23.jpg (52,6 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg Bildschirmfoto 59 2019-05-21 um 11.08.02.jpg (55,9 KB, 4x aufgerufen)
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